Amazon Prime Video mit dem Raspberry PI und XMBC

Seit dem 26.02. hat Amazon den Video-Stream-Service mit in das “Amazon Prime”-Paket gepackt. Seit diesem Tag können die deutschen Prime-Kunden also Videos aus der Amazon-Bibliothek abrufen. Und genau seit diesem Tag stelle ich mir die Frage ob ich diesen zusätzlichen Dienst (immerhin kostet das Prime-Abo nun 20 Euro mehr) auch mit meinem Raspberry und XMBC nutzen kann. Und da ich immer mal wieder eine E-Mail erhalte weiß ich – ich bin nicht alleine.

Die Antwort auf die Frage ist leider nicht so, wie die meisten hoffen, denn im Prinzip ist das technisch möglich. Die meisten Streamingdienste nutzen einen Silverlight-Stream zur Datenübertragung sowie als Schutz vor unberechtigten Nutzungen. Mit Pipelight gibt es sogar eine funktionierende Lösung unter Linux. Ist Pipelight installiert, so kann mittels der Chrome- oder Firefox-Browser-Erweiterung von XMBC der Stream abgerufen werden. Es ist zwar nicht ganz so praktisch wie die integrierten Apps z.B. der TV-Sender, aber es ist möglich über XMBC das Amazonangebot auf dem großen Fernseher oder Beamer zu sehen. Wenn ihr XMBC gar unter Windows laufen habt, könnt ihr euch sogar den Umweg sparen und ohne weitere Arbeitsschritte den XBMC WebBrowser aufrufen und streamen.

Und nun kommt das große ABER: Die Rechnerarchitektur des Raspberry!

Das Pipelight-Projekt setzt auf eine gepatchten Wine auf, welches auf die originalen Windows-Binaries von Microsofts Silverlight zugreift. Und diese funktionieren nur auf Computern mit einer x86-Architektur, der Raspberry Pi baut jedoch auf einem ARM-Prozessor auf. Das Pipelightteam schreibt hierzu bereits am 06.11.2013:

“sorry, but it is not possible to install Pipelight on ARM devices, since we use the original windows version of Silverlight/Flash/... which are only available for x86 processors. The only possibility to run these plugins on ARM devices is to emulate a x86 processor, but this is terrible slow and not suitable for video rendering.”

Was bleibt also für die Raspberry-Nutzer? Leider wenig Hoffnung das sich die Situation kurzfristig ändern könnte. Microsoft scheint den Video-on-Demand-Anbietern mit Silverlight aktuell das beste DRM-Package anbieten zu können. Und solange Microsoft keine Silverlight-Binaries für die ARM-Architektur anbietet oder die VoD-Anbieter ihren Technologiestack nicht wechseln haben wir wohl schlechte Karten. Es bleibt wohl nur sich zusätzlich einen Chromestick zuzulegen, das XMBC nicht auf dem Raspberry laufen zu lassen oder auf Amazon-Videodienste zu verzichten. Ein kleiner Funken Hoffnung ist noch der Start von Netflix in Deutschland, der Gerüchteweise im Herbst 2014 anstehen könnte.

Nur zur Vollständigkeit möchte ich nicht unerwähnt lassen, das dieses Problem nicht nur Amazonkunden betrifft. Wer bis hierher gelesen hat und nun meint das er mit Maxdome oder Watchever eine Chance hat darf nun enttäuscht sein. Auch bei diesen Anbietern gelten die bis hierher gelesenen Zeilen.

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